Saal 4. Stock 1997-1998: A.R.Penck, Standart Modell, 1968; Jean-Michel Basquiat, Levétation, 1987; Jean-Michel Basquiat, Untitled, 1987; Frank Stella, Of Whales, in paint, in teeth…, 1990
Geschichte
Erste Entdeckungen in der zeitgenössischen Kunst machten Erika und Rolf Hoffmann in den sechziger Jahren auf den frühen Documentas in Kassel sowie in den Museen, Kunsthallen und Kunstvereinen im Rheinland. Diskussionen mit Künstlern über deren Konzepte und die Werke, die diese verkörperten, wurden zu intellektueller Herausforderung im privaten, aber auch zu kreativer Inspiration im professionellen Leben.
Um trotz Familie und Führung des eigenen Unternehmens „van Laack“ den direkten Zugang zu den Ideen und Diskursen der Kunstszene beizubehalten, entschlossen sie sich in den späten Sechzigern gelegentlich zu ersten Ankäufen, meist Werken noch nicht etablierter, befreundeter Künstler, mit denen sie bestimmte Konzepte verbanden. Damals hegten sie in keiner Weise die Vorstellung – geschweige denn das Ziel – eine Sammlung zeitgenössischer Kunst aufzubauen. Die Vielfalt der künstlerischen Äußerungen begeisterte sie und war zugleich in ihren Augen ein wesentliches Charakteristikum der zeitgenössischen Kunst. Sie suchten nach Innovationen, ganz gleich in welchem Medium. Wo auch immer ihre Reisen sie hinführten, bot die Gegenwartskunst die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit den aktuellen Fragestellungen der Gesellschaft.
Nach dem Verkauf des Unternehmens 1985 nahmen sich Rolf und Erika Hoffmann mehr Zeit und finanzielle Freiheit für ihre Passion. Nach wie vor betrachteten Hoffmanns ihre Sammelleidenschaft jedoch als rein private, die nur dem persönlichen Geschmack und Interesse folgte und entsprechend anonym blieb.
Das änderte sich mit dem Fall der Mauer, da Erika und Rolf Hoffmann an den gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen nach der Wiedervereinigung aktiv teilnehmen wollten. Sie entwickelten die Idee einer Kunsthalle für Dresden als Public-Private-Partnership. Einen kühnen architektonischen Entwurf dafür lieferte der amerikanische Künstler Frank Stella. Hoffmanns - als Initiatoren des Projektes, das sich langfristig selbst finanzieren sollte – wollten potente Investoren als Zustifter und weitere Sammler als Leihgeber gewinnen. Als ihr Vorhaben an Schwierigkeiten mit der öffentlichen Hand scheiterte, begannen sie jedoch über ein völlig privates und damit unabhängiges Projekt nachzudenken.
Dieses sollte Ihnen nicht nur erlauben, selbst in großzügigen Räumen inmitten von Kunstwerken zu leben und arbeiten, sondern die eigenen täglichen Erfahrungen zeitweise auch anderen zu ermöglichen. 1994 fanden sie eine ehemalige Nähmaschinenfabrik, renovierten und wandelten sie so um, dass sie selbst und auch Mieter 1997 einziehen konnten. Seitdem sind die Hoffmannschen Wohn- und Arbeitsräume – nun als SAMMLUNG HOFFMANN bezeichnet - jeden Samstag der Öffentlichkeit zugänglich.
Erika Hoffmann führt seit dem Tod Rolf Hoffmanns 2001 das gemeinsame Werk alleine fort.